Montag, 3. Juli 2017

Ein kleiner Ausflug

... nach Auvers-sur-Oise stand gestern Nachmittag an. Obwohl es vormittags immer wieder regnete, wagten wir uns am frühen Nachmittag aus dem Haus. Denn auch der Sonnabend war am Nachmittag nach einem verregneten Morgen schön. Am Ende war es die richtige Entscheidung, auch wenn sich der Nachmittag ein wenig anders gestaltete als geplant.
Entlang dieser schnurgeraden Allee fuhren wir in den Ort hinein. Am Ende scheint ein Schloß oder eine Kirche zu stehen.
 
 
Auvers-sur-Oise ist zum Einen für sein Schloß bekannt. Das jedoch ist bis Ende Juli wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, was wir jedoch erst vor Ort herausfanden. Schade. Zum anderen lebte Vincent van Gogh die letzten 70 Tage seines Lebens in diesem kleinen Ort in der Nähe von Paris, bevor er seinem Leben ein Ende setzte. In dieser kurzen Zeit malte er unglaubliche 70 Bilder. Heute ist die kleine Herberge, in der er lebte, zu besichtigen. Alllerdings darf man da nicht fotografieren. Dann eben nicht! So schlenderten wir eben durch diesen kleinen Ort, um in einem kleinen Park (es war eher eine kleine Grünanlage) eine Skulptur zu bestaunen. Sie stellt, nicht unerwartet, Vincent van Gogh dar.
 
 
Weiter ging es zur Kirche, die  von van Gogh in typisch impressionistischer Malweise dargestellt wurde, in Wahrheit natürlich aber viel nüchterner wirkt. Auch hier hatten wir kein Glück, denn in der Kirche fand ein Konzert statt und wir konnten sie  nicht besichtigen.
 
 
Nun erkannten wir auch, daß wir genau auf die Kirche zugefahren sind. Und so ging der Blick zurück auf die Allee.
 
 
Letztendlich machten wir uns auf den Weg auf den Friedhof, wo die die Gebrüder Vincent und Theo van Gogh begraben sind.
 
 
Französische Friedhöfe sehen schon ein bißchen anders aus als deutsche. Es gibt eigentlich nur Steinplatten, kaum frische Blumen (hier: Blumen aus Kunststoff) und auf vielen Gräbern stehen kleine Plaketten.
 
 
Nach einem kleinen Picknick mit kleinen Köstlichkleiten aus der örtlichen Bäckerei, die auch am Sonntag bis 18.00 Uhr geöffnet hat, hatten wir noch Spaß in einem Park des angrenzenden Ortes. Das Schloß dort ...
 
 
ist zwar nicht zu besichtigen (aller guten schlechten Dinge sind drei), aber es gab mehrere Rundwege, die wir durchliefen, (irgendwie hat uns die Idee der 10000 Schritte  gefangen genommen) und dabei auf erstaunliche Dinge trafen. Schaut dieses Insekt an, das sich gerade aus seiner Puppe (Markierung)befreit hat.
 
 
 
 
An einem kleinen Weiher sahen wir einen Biber; im Französischem übrigens le castor. Und dann steckte der Nachwuchs seinen Kopf aus dem Wasser.
 
 
 
 
Toll ist, daß man in diesem Park den Rasen betreten darf, ja sogar soll. Familien mit ihren Kindern waren da, um zu picknicken oder Ball zu spielen. Außerdem gibt es einen Naturlehrpfad und man darf sogar mit dem Fahrrad den Rundweg befahren. Ungewöhnlich für uns Deutsche ist, daß die Parks meistens mit einem Zaun umgeben sind und es Öffnungszeiten gibt. Wir haben uns sehr wohl gefühlt dort und waren froh, diese Fahrt gemacht zu haben. Außerdem haben wir so noch knapp 9000 Schritte gemacht.
Abends machen wir uns, dem Urlaub in Frankreich geschuldet, einen Wein oder eine Flasche Cidre auf. Wir sind nicht so die großen Weinkenner und lassen uns durch Etiketten oder bekannte Traubennamen leiten. Die folgenden jedoch mußte ich mitnehmen, der Namen wegen.
 
 
Pisse, das ist mal etwas Neues als Weinname. Und daneben gleich der Plan Gottes. Pisse-Dru, das wird auf dem Schild unter dem Namen erklärt, ist der Saft, der bei einer Handlese aus den Trauben austritt. Plan heißt im Französischen nicht nur der (Stadt)Plan, sondern bedeutet auch die Orientierung im  Raum - Vordergrund, Hintergrund. Hier allerdings ist es eine Abwandlung von plaine - Ebene- de dieu, der Ort, wo Wein am besten angebaut werden kann. Hmm, wer sagt, das Alkohol nicht schlau machen kann?
Gestern allerdings blieb es bei einem kleinen Glas, denn heute hieß es 6.15 Uhr aufstehen, weil wir wieder nach Paris wollten. Doch den Post dazu schreibe ich später. Verständlicherweise bin ich jetzt 22.50 Uhr)  ganz schön k.o. und müde.
Morgen wollen wir nach Amiens, der  Hauptstadt der ehemaligen Region Picardie. Seit dem 1.Januar 2016 gibt es statt 21 Regionen nur noch 13. Und so ist die Hauptstadt der neuen Region Hauts-de-France, bestehend aus den ehemaligen Regionen Picardie und Nord-Pas-de-Calais nun Lille.
Doch nun gibt es nur noch eine Dusche und dann geht es ins Bett.
 
Bonne nuit et bons rêves!
 
Petruschka

Kommentare:

  1. Bon voyage au Paris... ich habe keine Ahnung, kann kein Französisch, aber das mit der Pisse fand ich sehr interessant.

    Nana

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  2. Amiens wird Dir gefallen! So einen Park wünschte ich mir im Moment auch... die Arbeit bringt mich um!!!
    Schöne Zeit Euch!
    Valomea

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  3. Hach ich fühle mich fast wie verreist und genieße deine Urlaubsbilder.
    Winkegrüße Larissa

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  4. Ich freu mich, dass wir dich ein bischen begleiten dürfen in deinem Urlaub, wenn auch nur virtuell, aber es bringt einem Frankreich doch ein bischen näher und es ist schön, die Bilder zu sehen.
    glg Susanne

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  5. Ich finde Urlaub in Frankreich auch ganz toll und deine Reiseeindrücke habe ich gerne gelesen.
    Ich wünsche dir weiterhin schöne Tage in France.
    LG Beate

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  6. Immer wieder sehr lesenswert, was du so schreibst. Vielen Dank! Grüße von Rela

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  7. Und wieder ein so herrlicher Bericht, hach, Frankreich ist schon etwas ganz Besonderes! Tolle Fotos und ausführlich berichtet, meine Favoriten sind aber dieses Mal die Biber!
    Danke auch für den Post zuvor, wir waren vor 6 Jahren mal eine ganze Woche in Paris, so vieles habe ich wieder erkannt.
    Viele liebe Grüße an dich, deine Jutta

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  8. Liebe Petra,
    es ist schön Dich auf diese Weise im Urlaub begleiten zu können und freue mich auf weitere Berichte von Dir. Hoffentlich hattet ihr in Amiens mehr Glück mit den Öffnungszeiten.
    LG, Britta

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